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Spielsituationen – K1 & K2

Spielsituationen

Im Volleyball unterscheidet man grundsätzlich in die Spielsitutationen Komplex 1 und Komplex 2 – abgekürzt entsprechend mit K1 oder K2. Während K1 die Beschreibung des eigenen Spielaufbaus nach Aufschlag des Gegners von der Annahme, über das Zuspiel bis zum Angriff ist; bezeichnet K2 die Abwehrsituation nach eigenem Aufschlag und Angriff des Gegners durch Block und Feldabwehr.

Im folgenden werde beide Situationen kurz beschrieben, mit verschiedenen Hinweisen und Überlegungen zu ihren einzelnen Unterpunkten.

Die K2-Situation

Zur Spielsituation K2 werden die Bereiche eigener Aufschlag, sowie eigener Block und eigene Feldabwehr bei Angriff des Gegners gezählt. Das Ziel ist natürlich mit erfolgreichen Taktiken und Techniken in einem dieser Bereiche Fehler beim Gegner zu erzwingen bzw. durchAufschlag oder Block einen direkten Punkt zu erzielen. Angegriffen wir hierbei meist über die Positionen II und IV, da aufgrund der Annahmesituation (außer bei Dankebällen) die Zuspiele meist ungenau werden.

Eigener Aufschlag:

  • Sicherheitsvariante: taktische Flatteraufschläge in alle Feldbereiche
  • Risikovariante: Harte Sprungaufschläge um Druck auszuüben
  • Ziel: Im Idealfall direkter Punktgewinn durch den Aufschlag; oder provozieren einer möglichst schlechten Annahme, um den gegnerischen Zuspieler und damit auch die Angreifer zu Fehlern zu zwingen oder um den gegnerischen Angriff zu entschärfen
  • Überlegungen: Analyse der Annahmespieler des Gegners nach schwächen in bestimmten Situationen und gezielte Aufschläge auf schwache Spieler. Dabei ist auf psychische Aspekte (z.B. ein gerade eingewechselter oder nervöser Spieler) und auf physische Aspekte (z.B. ein langsamer und unbeweglicher Spieler) zu achten und die Aufschläge sind dementsprechend auszurichten.

Eigener Block:

  • Grundsätzliches: Beobachten des gegnerischen Zuspielers und der gesamten gegnerischen Mannschaft, um frühzeitig den angreifenden Spieler zu erkennen und den Block rechtzeitig zu stellen. Am wichtigsten in der Beobachtung ist der Zuspieler, da er letztlich entscheidet wohin der Ball gespielt wird.
  • Mittelblock: Der Mittelblocker blockt bei gegnerischen Schnellangriffen in der Mitte in der Regel alleine. Der Mittelblocker muss zum jeweiligen Außenspieler aufschließen und möglichst.
  • Außenblock: Außen wird ein Zweierblock aus Außenangreifer bzw. Diagonalspieler und Mittelblocker gestellt. Die Außenblocker blocken etwa 0,5m von der Außenlinie entfernt und stellen den Block diagonal.
  • Überlegungen: Die Außenblocker sollten versuchen den Ball durch die korrekte Armhaltung von außen nach innen zu lenken, um es zu vermeiden angeschlagen zu werden. In der Regel springen die Außenblocker aus diesem Grund parallel zum Angreifer ab. Die Außenblocker sollten sich bemühen den Mittelblocker bei Aktionen in der Mitte zu unterstützen.

Eigene Feldabwehr:

  • Stellungsspiel: Je nach Stellung des Blockes und Angriffsmöglichkeiten des Gegners hat sich die Abwehrreihe entsprechend zu positionieren um den Ball abwehren zu können. Die Abwehr im sicheren Stand hat besonders bei harten Angriffen die beste Aussicht auf einen spielbaren Ball für den Zuspieler. Die Hintermannschaft verschiebt sich entsprechend der Angriffsposition des Gegners.
  • Techniken: Neben Lauftechniken, bei denen der Ball im Lauf angenommen wird, kommen auch Hilfstechniken zum Einsatz für Bälle die über Hüfthöhe angenommen werden müssen. Ebenso ist die Abwehr im Fallen, wie der Hechtbagger eine wichtige Technik bei kurzen und niedrigen Bällen.
  • Blockabsicherung: Die Absicherung wird entweder von den Hinterspielern auf der entsprechen Feldseite gewährleistet oder von einem Vorderspieler, der nicht am Block beteiligt ist. Diese Spieler versuchen gelegte Bälle, Abpraller oder kurze Angriffe zu erreichen.
  • Sechs Hinten: Der Abwehrspieler auf Position VI ist für Bälle zuständig die, auf beiden Seiten, in den hinteren Bereich des Feldes gespielt werden, ebenso wie für Blockabpraller, die in den hinteren Feldbereich gehen.

Sonderfall Dankebälle:

  • Dankebälle werden in der Regel ohne Block angenommen.
  • Die Spieler lösen sich vom Netz und nehmen die Annahmeposition ein um möglichst alle Feldbereiche abzudecken und eine sichere und genaue Annahme zu erreichen.
  • Der Ball muss möglichst exakt auf den Libero gespielt werden, sodass dieser mit seinem Zuspiel alle Möglichkeiten offen hat.
  • Angestrebt wird ein schneller Angriff über die Mitte oder über außen, um dem gegnerischen Block keine Zeit zu lassen.

Im Idealfall endet die K2-Situation entweder mit einem direkten Punktgewinn durch Block oder Aufschlag. Das nächste Ziel ist die Einleitung eines Gegenangriffes aus der Abwehrsituation. Durch einen guten Block und gute Feldabsicherung bietet sich eher die Möglichkeit einen erfolgreichen Gegenangriff einzuleiten.
Der Block sollte den Ball so entschärfen, dass er für die hintere Reihe spielbar ist und eine Chance zur Annahme besteht. Die Abwehr sollte versuchen den Ball so anzunehmen, dass es kontrolliertes Zuspiel möglich ist. Bei unpräzisen Annahmen muss die Sicherheitsvariante mit hohen Bällen über außen gespielt werden.

Die K1-Situation

In die Kategorie K1 fallen im Allgemeinen die Abschnitte der eigenen Annahme nach gegnerischem Aufschlag, das eigene Zuspiel und der eigene Angriff, sowie die Absicherung des eigenen Angriffes. Ebenso wie in der K2-Situation ist das Ziel durch präzisen Spielaufbau einen direkten Punkt zu erzielen. Angegriffen wird über alle verfügbaren Positionen im Vorder- und Hinterfeld sowie mit Kombinationsangriffen.
Eigene Annahme:

  • Aufstellung: Der Annahmeriegels muss so ausgerichtet und aufgestellt werden, dass er den Aufschlag möglichst effektiv annehmen kann.
  • Hauptziel: Annahme möglichst präzise auf den Zuspieler lenken, sodass dieser alle drei Angriffswellen spielen kann (dazu siehe unten).

Eigenes Zuspiel:

  • Einteilung: Je nach Länge, Höhe und insbesondere Geschwindigkeit wird das Zuspiel in die erste, zweite und dritte Angriffswelle unterteilt. Die erste Angriffswelle sind flache, schnelle Zuspiele; die zweite Angriffswelle sind halbschnelle, flache Pässe und die dritte Welle bildet die Sicherheitsvariante mit hohen Bällen.
  • Einflussfaktoren: Der Zuspieler sollte immer den gegnerischen Block beobachten und versuchen über die schwächeren Blocker zu Spielen (wie den gegnerischen Zuspieler im Vorderfeld) oder den Block mit seinem Zuspiel zu täuschen, sodass die Angreifer möglichst freie Bahn haben.
  • Taktiken: Hat der Angreifer keinen Block bei Sprungzuspielen, sollte er Zuspielerfinten einsetzen, um direkte Punkte zu erzielen und die Blocker an sich zu binden. Ansonsten empfiehlt sich das Spielen von Kombinationen, bei denen der erste Angreifer den Block auf sich zieht, um den Weg für den zweiten Angreifer frei zu machen.
  • Eigene Angreifer: Hat die eigene Mannschaft einen, wenn auch nur zeitweise, starken Hauptangreifer, der in einer bestimmten Spielsituation viele Punkte erzielt. Sollte vermehrt über ihn angegriffen werden. Trotzdem sollte der Zuspieler variabel bleiben und viele Positionen bedienen, um Überraschungsmomente zu erhalten. Dafür muss der Zuspieler die aktuelle psychische Verfassung seiner Angreifer kennen, so kann er in kritischen Situationen die „starken Spieler“ einzusetzen und die psychisch schwachen Spieler in unkritischen Situationen aufbauen.

Eigener Angriff:

  • Erste Welle: Wird vor dem Spielzug vom Zuspieler festgelegt. Es wird bestimmt wer welchen Schnellangriff spielt, wie z.B. Aufsteiger.
  • Zweite Welle: Diese wird vom Angreifer nach erfolgter Annahme gefordert. Gemeint sind kurze Bälle und Meterbälle.
  • Dritte Welle: Die Sicherheitsvariante erfolgt ohne Ansage oder Ansprache und beschränkt sich in der Regel auf hohe Bälle über die Außenangreifer.
  • Angreifer: Die Angreifer sollten natürlich technisch möglichst versiert sein und neben einfachen harten Schlägen auch Lobs, Drives und schläge in verschiedene Feldbereiche sicher beherrschen. Dazu gehört auch die Beobachtung des Blocks und des gegnerischen Abwehrverhaltens während des Angriffs.

Eigene Angriffssicherung:

  • Position: Je nachdem von welcher Position der Angriff erfolgt, verschiebt sich die Hintermannschaft in der Annahme. Bei Kombinationsangriffen müssen zusätzlich Spieler ersetzt werden, die normalerweise mit Absichern aber jetzt am Angriff und somit nicht an der Absicherung beteiligt sind.
  • In der Regel kennt jeder Spieler seine Stammposition für verschiedene Angriffsvarianten der eigenen Mannschaft, sodass eine optimale Absicherung gewährleistet ist.
  • Ziel der K1-Situation ist der direkte Punktgewinn durch den Angriff. Die Bereiche der eigenen Annahme und des Zuspiels bilden dabei den Grundstein für die Angriffssituation. Die genaue Annahme auf den Zuspieler lässt diesem alle Möglichkeiten für ein variables Zuspiel. Der Angreifer schließt den Spielzug dann mit einem Angriff ab.
  • Je nach Qualität der Annahme kann der Zuspieler den Angreifern verschiedene Bälle zuspielen. Ziel sollte generell ein Angriff in der ersten oder zweiten Welle sein; der Angriff in Welle 3 ist die Sichheitsvariante, bei mäßigen Annahmen.
Weiterführende Links:

K2-Situation bei Volleyball-Schule des DVV

K2-Situation bei Holtmann Volleyball Consult und Training

K1-Situation bei Volleyball-Schule des DVV

K1-Situation bei Holtmann Volleyball Consult und Training

 

René SeidelSpielsituationen – K1 & K2
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